Biber im Asbach

Die Freude der Naturschützer war groß, als sie vor einigen Jahren bemerkten, dass sich ein Biber im Rednitzgrund aufhält. Es dauerte nicht lange, so hatte Oberasbach einen tierischen Bewohner mehr.

Der Biber ist ein exzellenter Baumeister. Er hatte im Asbach, nahe der Hainbergstraße die ideale Baustelle für seine Burg gefunden. In diesem Bereich ist das ursprüngliche Bachbett schmal und die Uferböschungen ziemlich hoch und steil ansteigend. Man glaubt es fast nicht, wie so ein Tier aus Zweigen, Stöcken und weiterem Buschwerk einen Damm bauen kann, der schätzungsweise zwei Meter hoch ist und so dicht, dass nur wenig Wasser hier durchfließen kann. Da bei seiner Burg Äcker auf beiden Seiten des Baches angrenzen, wird er wohl hier auch seine Nisthöhle gebaut haben.

Da der Biber ein dämmerungs- und nachtaktives Tier ist, bekommt man ihn schwer zu Gesicht. Es ist auch nicht sehr ratsam, ihm zu begegnen, denn sollte er sich bedroht fühlen, so weiß er seine Krallen und Zähne zu gebrauchen. Das kann man sich gut vorstellen, wenn man seine Baumfäll-Arbeiten betrachtet. Deshalb ist er auch bei seinen Nachbarn nicht sehr beliebt, denn er macht nur Probleme.

Die Baumreihe, die zwischen der Hainbergstraße und dem Gängle sich befindet, zählte vor Jahren zu dem schützenwertesten Uferstreifen unseres Baches. Dort wuchsen von alters her große Eichen, Weiden und Erlen, außerdem Ahornbäume, Kiefern, Fichten,  Birken, Wildkirsche, Linde und auch Schlehenhecken. Schaut man sich jetzt die Baumreihe an, so stellt man fest, dass sich Stellen schon sehr gelichtet haben. Das ist kein Wunder, denn außer seiner Nagetätigkeit staut der Biber den Bach zu einem regelrechten See, so dass viele der ufernahen Bäume jetzt mitten im Wasser stehen. Das hält kein Baum auf die Dauer aus.

Weiden und Ahorn waren die ersten Bäume, die er angenagt und somit umgeworfen hatte, sie zählten wohl zu seiner Leibspeise. Danach wurden auch die Kiefern nicht verschmäht. Zwei große Bäume, Kirsche und Ahorn, wurden vorsorglich von privat mit einem Gitter geschützt, das unten um den Stamm befestigt wurde.

Jetzt, da der Biber hier heimisch geworden ist, zählt der Schutz der Bäume nicht mehr, die Prioritäten haben sich verschoben, der Biber hat Vorrang.

Schaut man sich jetzt die Baumreihe an, so stellt man fest, dass sich schon einige Stellen sehr gelichtet haben. Vor kurzem mussten einige Bäume, die bereits einige Jahre im Wasser standen und dürr wurden, gefällt werden, bevor die Gefahr besteht, dass so ein toter Baum bei einem evt. Sturm umstürzt und nahe Häuser oder Menschen zu Schaden kommen. Damit ist es aber noch nicht getan.

Der Wasserbaumeister baut weiter, nämlich bachaufwärts an verschiedenen Stellen weitere Dämme. Da auch einige Drainagen in den Bach münden, die Oberflächenwasser dorthin ableiten, so muss immer wieder der Wasserstand überwacht werden, damit der Abfluss gewährleistet ist. Der städtische Bauhof muss sich immer wieder darum kümmern und diese Dämme regulieren bzw. für einen Durchfluss sorgen. Das darf gemacht werden, an der Burg selbst darf nicht Hand angelegt werden.

Wie schon gesagt, der Biber schafft einige Veränderungen und macht den Bachangrenzern genug Arbeit und Probleme, die bewältigt werden müssen.

Es stellt sich die Frage, wenn der Biber alles abgenagt hat und sein Futter aufgezehrt ist, wird er dann wieder auswandern?


aufgezeichnet von Ulla Drechsler