Archiv des Autors: M. Voggenreiter

Heimatvereinsausflug am 18.9.2021

Endlich – es hat geklappt. 2020 wollten wir einen Ausflug machen doch ein Virus hat uns gestoppt. Nun probierten wir es halt 2021:

Wie gewohnt waren alle 47 angemeldeten und geimpften Personen pünktlich um 8 Uhr im Bus und der ausgezeichnete Fahrer Hermann der Firma Gugel kutschierte uns zum tiefsten Bohrloch der Erde in Windisch-Eschenbach. Wir hatten dort eine ausgezeichnete Führung, die uns die Erdgeschichte ziemlich deutlich machte.

Danach ein ordentliches Mittagessen beim „Schwanerer“ und dann ging es nach Speinshart.

Kloster Speinshart ist im 12. Jahrhundert von Prämonstratenser Brüdern gegründet. Daran schließt sich ein im 18. Jahrhundert entstandenes Dorf aus Ökonomiegebäuden an. Während der Säkularisation wurde das Dorf an Angestellte, Pächter und Verwalter des Klosters verkauft. Es wird von diesen Familien bis heute bewohnt. 

Die Führerin Frau Müller hat uns Ihren Ort nahe gebracht und anschließend haben wir uns für die Heimreise im Klostergasthof gestärkt.

War wieder sehr schön!

Text von Edith Klein

Von Joshuashearn – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6679732

Ostern 2021

Osterbräuche

Die erste Frage, die sich mir stellte: Womit hängt der Name Ostern überhaupt zusammen. Bei uns geht er auf Ostara, Göttin der Morgenröte, der Frühlingsgöttin zurück. Auf diese Frühlingsgöttin gehen wahrscheinlich auch die Frühlingsfeste zurück. In einem der Hans-Sachs-Spiele gehen die besseren Herrschaften das erste Veilchen zu suchen. Bei den damaligen Heizmöglichkeiten in den Häusern kann man sich gut vorstellen, dass sie die wärmere Jahreszeit sehr willkommen hießen.
Die Brunnen werden zur Osterzeit geschmückt um deutlich zu machen, dass Wasser etwas Kostbares ist. Nachdem in manchen Gebieten von Ostara-Brunnen gesprochen wird, hat dieser Brauch wahrscheinlich auch den gleichen Ursprung.

Doch das eigentliche Osterfest geht aus dem jüdischen Passah-Fest hervor. So heißt dieses im italienischen auch Pasqua, spanisch Pascua, was dem jüdischen entspricht.

Der erste Tag der Karwoche ist der Palmsonntag, christlich verbunden mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Dieser wurde früher mit dem Palmesel in Prozessionen dargestellt. Weil aber oft großer Unfug dabei angestellt wurde, wurden sie im 18. Jhd. verboten. In einzelnen Kirchen wurde so ein Palmesel noch erhalten.

An die Palmzweige, die vor Jesus auf den Weg gelegt wurden, sollen heute die Palmbuschen erinnern. Diese in den Kirchen geweihten Palmbuschen sollten sogar Zauber-, Heil-, Schutz- und Segenskraft haben und Schutz vor Blitz und Feuer usw. bieten.

Im evang. Nürnberger Raum bekamen die Kinder an diesem Tag, dem „Ballnsonntag“, einen Ball geschenkt.

Gründonnerstag – wo der Name herkommt ist unklar, er wurde zum erstenmal 
1220 in Erfurt erwähnt. Man vermutet, dass der Name evt. von grünen Messgewändern herkommt, bzw. wurden an diesem Tag Büßer losgesprochen, die mit jungem Grün geschmückt waren und Grünlinge hießen – folgedessen dieser Tag auch Ablasstag genannt wurde.

Jesus soll an diesem Tag seinen Jüngern die Füße gewaschen haben. So wird in manchen Gemeinden die Fußwaschung durchgeführt. Hochoffiziell wäscht der Papst auserwählten Männern die Füße als Symbol der Demut und Nächstenliebe.

Danach wird das Abendmahl gefeiert. –

In kath. Kirchen fliegen die Glocken an diesem Tag nach dem Glorialäuten nach Rom und werden durch die Ratschen, die einen gehörigen Lärm verursachen, ersetzt. Die Kinder liefen mit den Ratschen durch den Ort und luden zum Kirchgang ein, bekamen dafür Süßigkeiten usw. geschenkt, das am Karfreitag und Samstag, wo das Wort für eine redselige Frau „Karfreitagsratschn“ wohl entstanden ist.

Am Ostersonntag, in der Osternacht kehren die Glocken zurück und läuten feierlich das Osterfest ein.

Nun kommen wir zu den Ostereiern. Sie sind das Ursymbol für Lebenserneuerung – Auferstehung. Es ist erwiesen, dass in Worms im 4. Jhd. zwei Gänseeier mit Streifen und Tupfen bemalt waren.
Die Gründonnerstagseier wurden auch Ablasseier genannt, sie sollten Wünsche erfüllen, das ganze Jahr Gesundheit erhalten und vor Blitzeinschlag schützen. Wenn man ein Ei übers ganze Haus warf, so sollte die Kuh gut kalben können.

Zu Ostern mussten von den Bauern auch Abgaben an die Lehensherrschaft abgeliefert werden, so auch Eier, die sogenannten Zinseier.

Eier sind gekocht lange haltbar. 1704 ist erwähnt, dass Eier als Taufgeschenk gegeben wurden. 1785 durften in Nürnberg die Findelkinder Eier sammeln – erbetteln.

Eier waren auch als allgemeine Geschenke beliebt. Zum Verschenken wurden die Eier dann auch gefärbt, rot mit roten Rüben, grün mit Spinat, braun mit Zwiebeln und gelb mit Kümmel. Auch wurden Sprüche auf‘s Ei geschrieben z.B. 

Wenn auch das schwache Ei zerbricht, 
doch unsre Liebe wanket nicht;
sie dauert fort all Tag und Stund 
bis zu unserem Heiligen Ehebund.

Ganz exquisite Geschenke waren die Fabergée-Eier, die von dem berühmten Goldschmied 1885 – 1917 in Petersburg hergestellt und kunstvoll verziert wurden. Das waren natürlich teuere Objekte von hochgestellten Personen an ebensolche.

Traditionell wird am Gründonnerstag Grünes gegessen, zumeist 
Spinat mit Ochsenaugen.

Der Karfreitag ist zum Gedenken an den Tod Jesu der Trauer- und Fastentag. Für Evangelische ist es der absolute Ruhetag, an dem man nichts zur Hand nehmen darf wie Hammer und Nägel, man darf nicht waschen, nähen, Haare und Fingernägel schneiden, auch nicht reisen. Zur Todesstunde Jesu werden in Kirchen um 15.oo Uhr Gottesdienste gefeiert.

Für die Darstellung der Grablegung Christi haben manche Kirchen eine dafür bestimmte Nische, oft außen an der Kirchenmauer. Auch wurden Passionspiele aufgeführt, in Bad Windsheim gab es sie im 14./15. Jhd.  In manchen Gemeinden ging man in einer Karfreitagsprozession durch den Ort. Nach dem 30jähr. Krieg wurde in Prozessionen viele Teile der Bibel bildlich dargestellt wie König David, Jonas im Fisch, die Leiden Jesu, die Jesus gegeißelt hatten, Kreuzschleifer. Mit der Zeit artete manches in Unfug aus, so dass die Umzüge verboten wurden.

Die traditionelle Fastenspeise an diesem Tag ist in unserem Gebiet der Karpfen.

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe. Es darf auf den Äckern nicht gearbeitet werden. Dafür muss das Haus für die Festtage geputzt und geschmückt werden. Osterbrote und sonstiges mussten zum Fest gebacken werden. In Nürnberg gab es an der Fleischbrücke Bisquit- und Zuckerlämmer und Hasen zu kaufen.
Am Karsamstag wurde auch das Osterfeuer nach einem festgelegten Ritus entzündet und gesegnet; die Osterkerze war daheim der Schutz vor Blitz, bei Gewitter wurde gesegnetes Feuerholz wieder angezündet. In der Osternacht wurden in den geschmückten Kirchen Speisen geweiht, dazu gehörte bei uns der Kren. Es wurde gemeinsam gegessen und noch vor Sonnenaufgang wurde das Taufwasser und das Weihwasser geweiht.

Ostersonntag
Noch vor Sonnenaufgang wurde das Osterwasser an der Quelle oder an einem besonderen Ort geholt, dabei durfte man aber nicht sprechen. Diesem Wasser sprach man eine besondere Wunderkraft zu. Es sollte eine heilende Wirkung haben, vor Sommersprossen schützen, dauernde Schönheit geben, den künftigen Ehegatten sehen lassen – dabei hatten die jungen Männer den größten Spaß um die Mädchen zum Lachen und Reden zu bringen – . Die Wunderkraft des Wassers sollte auch dem Vieh zugute kommen, es wurde damit getränkt und besprengt. 
Vom Ostersingen weiß man heute auch nichts mehr. Das gab es z.B. auf dem Michelsberg bei Hersbruck und es schallte wohl weit übers Tal. Das Ostersingen war sicherlich mit einem Gottesdienst verbunden. Evt. fand anschließend daran ein Flurumgang statt. Flurumgänge waren weit verbreitet, sie  werden auch Osterreiten genannt, man findet diesen Brauch auch bei Slawen und Sorben. Mit dem Flurumgang bittet man um Schutz vor Unwetter und Missernte.
Am Ostersonntag suchten die Kinder nach den Ostereiern, wofür sie schon vorher Ostergärtlein oder Osternester gebaut hatten. Diese waren mit Moos ausgelegt und von einem Zäunchen umgeben, die Tür musste offen bleiben, dass der Osterhase auch hinein kam. Der Osterhase, wohl auch ein Sinnbild der Fruchtbarkeit und des Lebens, wird zum 1. mal im 17.Jhd. erwähnt, er bringt bei uns die bunten Eier. In anderen Gebieten war es der Hahn, der Storch, der Fuchs oder der Kuckuck aber woher diese Bräuche stammen, ist uns ein Rätsel. Mit den Ostereiern kann man verschiedene Spiele machen. Wie hullern, picken, werfen, Gaggerlesgatschn und natürlich wurde auch mit dem neuen Ball gespielt.
Bei hullern oder hodln lässt man auf einer Schräge (kann auch durch zwei aufgestellte Rechen gemacht werden) das Ei hinab rollen und wenn es unten ein anderes Ei trifft und dies kaputt geht, gehört ihm das Ei.

Am Ostermontag war es Brauch, Feuerräder ins Tal rollen zu lassen. Dafür wurden bereits am Samstag alte Besen, Körbe, Brotkörbe und weiteres brennbare gesammelt und zu Feuerrädern oder Sonnenrädern gebunden. Sie waren ein Symbol für Licht, stammt aus heidnischem Brauch und sie sollen heilbringende, schützende Kraft geben.

Doch zum Schluss noch zum Osterspaziergang. Die Idee dafür geht auf die Wanderung der Jünger Jesu nach Emaus zurück. Bei so einem Spaziergang kann man sich die ganze Ostergeschichte nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Ist euch jemand bekannt?

Goethes Osterspaziergang

Vor dem Tor

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick, 
im Tale grünet Hoffnungsglück;     
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben, 
alles will sich mit Farbe beleben,
doch an Blumen fehlt‘s im Revier, 
sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um von diesen Höhen
nach der Stadt zurück zu sehen!
Aus dem hohlen finstern Tor 
dringt ein buntes Gewimmel hervor. 
Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden; 
Aus niedrigen Häusern dumpfen Gemächern, 
aus Handwerks und  Gewerbesbanden, 
aus dem Druck von Giebeln und Dächern, 
aus der Straßen quetschender Enge, 
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht 
sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! Wie behend sich die Menge 
durch die Gärten und Felder zerschlägt, 
wie der Fluss in Breit und Länge 
so manchen lustigen Nachen bewegt, 
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden 
blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorf‘s Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel, 
zufrieden jauchzet groß und klein: 
Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein!

aufgezeichnet von Ulla Drechsler

Auf der Stör

Vorbereitungen für Familienereignisse

Wenn Feste gefeiert werden sollten, wie z.B. Taufe, Konfirmation oder Hochzeit, mussten viele Vorbereitungen getroffen werden.

Frau Steiner mit der Konfirmandin 1949 in Unterasbach

Bei vielen Familien war es Brauch, dass man sich zu diesen Arbeiten eine versierte Frau ins Haus holte, die tatkräftig die Familie unterstützte. Es wurde besprochen, wie umfangreich das Fest werden sollte, das heißt, wieviel Gäste sollten eingeladen werden, was sollte gebacken und gekocht werden. Außerdem war es Brauch, dass die Nachbarn und Freunde an dem Fest teilnehmen sollten und zwar so, dass sie in der Woche bzw. Tage vor dem Fest Kuchen bekamen. Dazu wurden meistens trockene Kuchen wie Gesundheitsschatt, Nusskuchen und vor allem Küchle gebacken. So stellte man Teller zusammen mit zwei bis vier Stück Kuchen und ein paar Küchle. Man war stolz, wenn die Küchle besonders gelobt wurden. Jede Familie hatte dazu ihr besonderes Rezept, wie z.B.:

            Küchle-Rezept der Großmutter

              1       Liter Milch

            50 gr Hefe

                        Mehl   ca. 3 – 3 ½ Pfund

             ¼       Pfund Zucker

             ¼       Pfund Butter  !  zerlassen

              2       Eier

              1       Schuß Kognak

            zu ca. 4 Hefeballen verkneten, gehen lassen, ausrollen und zu

            Vierecken von ca. 8 cm ausradeln, wieder gehen lassen und dann

            von beiden Seiten in Fett ausbacken.

Die Fettzusammensetzung spielte eine besondere Rolle. Manche schwörten nur Butterschmalz zu nehmen, andere Butterschmalz mit Schmelzmargarine vermischt, wieder andere nahmen dazu noch einen Teil Schweineschmalz, weil dieses die Küchle weich bleiben lässt.

Küchle schauen im allgemeinen sehr gleich aus, doch es gibt so viele unterschiedliche Rezepte und jeder hat das beste. Einige nehmen als Grundmaß die Milch, andere das Mehl und Milch wird zugegeben, wieviel der Teig braucht.

Nach den Kuchen zum Austragen wurden dann noch die Festtagskuchen für den Nachmittagskaffee gebacken.

Nun aber zurück zu den weiteren Festvorbereitungen. Wenn ein Fest daheim gefeiert wurde, und das war meistens der Fall, so musste natürlich auch das Essen gekocht werden. Ob die Helferin dann auch das Einkaufen übernahm, wird unterschiedlich gehandhabt worden sein. Doch zum Tischdecken und Servieren war sie jedenfalls zur Hand. Auch die folgenden Säuberungs- und Aufräumarbeiten waren mit in ihrem Arbeitsbereich.

Wer in unserem Umkreis diese Arbeiten übernahm, war Frau Steiner aus Zirndorf, die in vielen Haushalten bekannt war und gelobt wurde. Etliche Jahre vor ihr arbeitete in diesem Bereich Frau Heckel und hatte in einem großen Umkreis gut zu tun. Sie wohnte in Zirndorf am Heckelsplatz.

Der Hochzeitlader

Wenn eine Hochzeit gefeiert wurde, das war immer ein herausragendes Fest. Dazu nahm man in früheren Zeiten oft einen Hochzeitlader zur Unterstützung der Festvorbereitungen und auch zum guten Gelingen des Festes selbst. In Zirndorf gab es Herrn Melchior Fürther, dem diese Aufgaben eine Herzensangelegenheit war.

Hochzeit Stürmer in Rehdorf 1932,  –  Dritter von rechts
Melchior Fürther

Der Hochzeitlader war einmal eine vielbeschäftigte Persönlichkeit, hatte er doch dafür zu sorgen, dass eine Eheschließung gut vorbereitet war. Er musste die Verwandten der Brautleute ‚persönlich zum Feste‘ laden, ihm oblag das Arangement der Vermählungsfeier und er besorgte auch die notwendigen amtlichen Papiere. In Zirndorf war dies über ein halbes Jahrhundert Melchior Fürther. Er war im ganzen Landkreis Fürth und darüber hinaus als zuverlässiger Zeremonienmeister bekannt. Als er sein 50jähriges Jubiläum feierte, hatte er 3400 Paare ‚unter die Haube‘ gebracht.       (Bild und Text entnommen dem Buch „Zirndorf in alten Ansichten“ von Hans Ertel, Verlag Europäische Bibliothek – Zaltbommel/Niederlnade)

Außerdem verstand er es, mit seinen zuversichtlichen und humorvollen Ansprachen die Brautleute und Hochzeitsgesellschaft in gute Stimmung zu versetzen.

Wenn eine Hochzeit nicht in einer Gaststätte sondern zuhause gefeiert wurde, was besonders bei vielen Landwirten der Fall war, so war auch hier wieder eine Köchin gefragt. Ein typisches fränkisches Hochzeits-Menué bestand aus:

einer Hochzeitssuppe, bestehend aus einer Fleischbrühe mit feingeschnittenen Pfannkuchenstreifen und Leber- und Markklößchen. Der nächste Gang war gekochtes Rindfleisch mit Meerrettich und Roggenbrot. Als Hauptspeise wurden verschiedene Braten gereicht, oft gemischten Braten und Rehbraten, natürlich mit           Kartoffelklößen und auch Spätzle, dazu natürlich Salate je nach Jahreszeit. Die Nachspeisen konnten variieren.

Die Leichenfrau und die Leichbitterin

Soweit die Arbeiten, die einen freudigen Anlass hatten. Es gab aber auch ähnliche Vorbereitungen zu treffen, deren Anlass ein Trauerfall war. Hier war auch die Leichenfrau und die Leichbitterin gefragt. In unserer Gemeinde hat Frau Küfner die Verstorbenen für die Beerdigung umsorgt. Gleichzeitig übernahm sie auch das sogenannte Leichbitten. Das Trauerhaus teilte ihr mit, wen sie zur Trauerfeier einladen sollte. So ging sie zu den Verwandten, Nachbarn und Freunden in die umliegenden Ortschaften. Für diesen Gang bekam sie von den Leuten ein Dankeschön in Form von evt. zwei Eiern, einem Stück Schinken oder einem Paar geräucherter Würste und ähnlichem.

Diese Bräuche erhielten sich bei uns noch bis in die 1950er, teilweise bis in die 1970er Jahre, im Umland vielleicht noch etwas länger. Doch die strukturelle Veränderung brachte auch hier einen Wandel.

Die Näherinnen  

In diesem Zusammenhang möchte ich aber noch auf einen Wandel hinweisen, und zwar in dem Arbeitsbereich, der bei den Leuten liegt, von denen man sagte, sie gingen auf Stör.

So gab es in früheren Zeiten Frauen, die vielleicht sogar den Beruf als Weißnäherin gelernt hatten, die in die Haushalten gingen um Wäsche zu nähen evt. für eine Aussteuer. Was aber öfter getan werden musste, war Flickarbeit an Kleidung und Wäsche.

Man kann sich vorstellen, dass sich diese Arbeiten bald aufgehört hatten, denn wer bessert noch Wäsche aus oder wer zieht geflickte Kleidung an? Es gibt höchstens Jeans, die man bereits mit Löchern an den Knien kaufen kann !  

So ändern sich die Zeiten.

Auf die Stör gehen

In meinem Wörterbuch steht: die Stör = Handwerksarbeit im Hause des Kunden.

Der Wortursprung stammt lt. Wikipedia zum Stichwort „Stör (Handwerk)“ evt. von Störung der Zunft. Handwerker, die womöglich der Zunft nicht angehörten.

Das waren Brunnengraber, Zimmerer, Schreiner, Schmiede, Kesselflicker, Scherenschleifer, Metzger, Schuster, Schneider, bis zuletzt Weißnäherinnen, Bäcker, Köche, die in die Häuser bestellt wurden oder ihre Arbeit anboten. Sie wohnten manchmal auch für eine Zeitlang am Ort ihrer Tätigkeit. Eine moderne Wiederaufnahme ist vielleicht der „Starkoch“, den man sich in seinen Haushalt bestellen kann.

aufgezeichnet von Ulla Drechsler

Biber im Asbach

Die Freude der Naturschützer war groß, als sie vor einigen Jahren bemerkten, dass sich ein Biber im Rednitzgrund aufhält. Es dauerte nicht lange, so hatte Oberasbach einen tierischen Bewohner mehr.

Der Biber ist ein exzellenter Baumeister. Er hatte im Asbach, nahe der Hainbergstraße die ideale Baustelle für seine Burg gefunden. In diesem Bereich ist das ursprüngliche Bachbett schmal und die Uferböschungen ziemlich hoch und steil ansteigend. Man glaubt es fast nicht, wie so ein Tier aus Zweigen, Stöcken und weiterem Buschwerk einen Damm bauen kann, der schätzungsweise zwei Meter hoch ist und so dicht, dass nur wenig Wasser hier durchfließen kann. Da bei seiner Burg Äcker auf beiden Seiten des Baches angrenzen, wird er wohl hier auch seine Nisthöhle gebaut haben.

Da der Biber ein dämmerungs- und nachtaktives Tier ist, bekommt man ihn schwer zu Gesicht. Es ist auch nicht sehr ratsam, ihm zu begegnen, denn sollte er sich bedroht fühlen, so weiß er seine Krallen und Zähne zu gebrauchen. Das kann man sich gut vorstellen, wenn man seine Baumfäll-Arbeiten betrachtet. Deshalb ist er auch bei seinen Nachbarn nicht sehr beliebt, denn er macht nur Probleme.

Die Baumreihe, die zwischen der Hainbergstraße und dem Gängle sich befindet, zählte vor Jahren zu dem schützenwertesten Uferstreifen unseres Baches. Dort wuchsen von alters her große Eichen, Weiden und Erlen, außerdem Ahornbäume, Kiefern, Fichten,  Birken, Wildkirsche, Linde und auch Schlehenhecken. Schaut man sich jetzt die Baumreihe an, so stellt man fest, dass sich Stellen schon sehr gelichtet haben. Das ist kein Wunder, denn außer seiner Nagetätigkeit staut der Biber den Bach zu einem regelrechten See, so dass viele der ufernahen Bäume jetzt mitten im Wasser stehen. Das hält kein Baum auf die Dauer aus.

Weiden und Ahorn waren die ersten Bäume, die er angenagt und somit umgeworfen hatte, sie zählten wohl zu seiner Leibspeise. Danach wurden auch die Kiefern nicht verschmäht. Zwei große Bäume, Kirsche und Ahorn, wurden vorsorglich von privat mit einem Gitter geschützt, das unten um den Stamm befestigt wurde.

Jetzt, da der Biber hier heimisch geworden ist, zählt der Schutz der Bäume nicht mehr, die Prioritäten haben sich verschoben, der Biber hat Vorrang.

Schaut man sich jetzt die Baumreihe an, so stellt man fest, dass sich schon einige Stellen sehr gelichtet haben. Vor kurzem mussten einige Bäume, die bereits einige Jahre im Wasser standen und dürr wurden, gefällt werden, bevor die Gefahr besteht, dass so ein toter Baum bei einem evt. Sturm umstürzt und nahe Häuser oder Menschen zu Schaden kommen. Damit ist es aber noch nicht getan.

Der Wasserbaumeister baut weiter, nämlich bachaufwärts an verschiedenen Stellen weitere Dämme. Da auch einige Drainagen in den Bach münden, die Oberflächenwasser dorthin ableiten, so muss immer wieder der Wasserstand überwacht werden, damit der Abfluss gewährleistet ist. Der städtische Bauhof muss sich immer wieder darum kümmern und diese Dämme regulieren bzw. für einen Durchfluss sorgen. Das darf gemacht werden, an der Burg selbst darf nicht Hand angelegt werden.

Wie schon gesagt, der Biber schafft einige Veränderungen und macht den Bachangrenzern genug Arbeit und Probleme, die bewältigt werden müssen.

Es stellt sich die Frage, wenn der Biber alles abgenagt hat und sein Futter aufgezehrt ist, wird er dann wieder auswandern?


aufgezeichnet von Ulla Drechsler

Einladung zur Mitgliederversammlung mit Wahlen

Am Mittwoch, den 16. März 2016, um 19:00 Uhr, findet im Gasthof Kettler in Oberasbach, Milbenweg 2 unsere Mitgliederversammlung statt.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Bericht der Vorstandschaft
    1. Bericht des 2. Vorsitzenden
    2. Bericht des Kassiers
  3. Bericht der Kassenprüfer
  4. Entlastung der Vorstandschaft
  5. Bestellung des Wahlausschusses
  6. Wahl des Vorstands
  7. Wahl des Beirats
  8. Wahl der Kassenprüfer
  9. Anträge

Anträge, über die in der Mitgliederversammlung be- schlossen werden soll, sind mindestens acht Tage vor der Mitgliederversammlung an die 1. Vorsitzende, 1. Bürgermeisterin Birgit Huber einzureichen

Einladung zur Mitgliederversammlung

Am Mittwoch, den 11. März 2015, um 19:00 Uhr, findet im Gasthof Kettler in Oberasbach, Milbenweg 2 unsere Mitgliederversammlung statt.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Bericht der Vorstandschaft
    1. Bericht des 2. Vorsitzenden
    2. Bericht des Kassiers
  3. Bericht der Kassenprüfer
  4. Entlastung der Vorstandschaft
  5. Anträge

Anträge, über die in der Mitgliederversammlung beschlossen werden soll, sind mindestens 8 Tage vor der Mitgliederversammlung an die 1. Vorsitzende, Bürgermeisterin Birgit Huber, einzureichen. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung zeigt Frau Ulla Drechsler Lichtbilder von der Grenzbegehung 2014.

Ausstellung zum Thema „Schafe, Wolle und mehr …“

Plakat Wolle Schafe und mehrDie Ausstellung ist in der Hirtengasse 2 in Oberasbach an allen Samstagen und Sonntagen vom 27. September bis 2. November 2014 jeweils von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet.

Schafe, Wolle und mehr
Unter diesem Motto findet vom 27. – 28. September 2014 ein Aktionswochenende in der Hirtengasse 2 und auf der BUND-Wiese im Milbenweg statt.
Im Rahmen der Aktion, können Kinder bis 10 Jahre an einem Preisrätsel teilnehmen, bei dem es Verzehrgutscheine im Wert von 10 € oder eine Übernachtung im Schäferwagen auf der BUND-Wiese zu gewinnen gibt. Teilnahmeschluss ist der 21. September 2014.
Flyer Schafe, Wolle und mehr (PDF)