Beim Heimatverein Oberasbach wurde nach überlieferten Hausrezepten gekocht

Schweinebraten wie bei Uroma

Handschriftliche Notizen aus der Zeit um 1900 als Vorlage für fränkisches Kochbuch

 

Kochen wie anno dazumal : In der Schulküche der Altenberger Grundschule demonstrierten die Frauen vom Heimatverein Oberasbach, wie eine fränkische Hausfrau um 1900 einen leckeren Braten zubereitete.

OBERASBACH - Die Mahlzeiten, die vor 100 Jahren fränkischen Gaumen verwöhnten, hatten noch keine exotischen Namen - geschweige denn exotische Zutaten. Nicht einmal das Salz aus der Suppe kam damals aus dem Meer. "Das wertvollste und unentbehrlichste alle Gewürze wird in den Reichenhaller und Brechtesgadener Bergwerken gewonnen", lernten um 1900 Mädchen und junge Frauen in der Hauswirtschaftsschule. Dass die Gerichte von damals aber auch heute noch schmecken, bewiesen Mitglieder des Oberasbacher Heimatvereins beim gemeinsamen "Kochen wie anno dazumal" in der Schulküche der Altenberger Grundschule.

Gedämpftes Blaukraut

Schweinebraten mit einfachen Mehlklößen und gedämpftem Blaukraut stand auf der Speisekarte. Die Rezepte stammen allesamt aus den einst handschriftlichen Aufzeichnungen einer gewissen Barbara Peter aus Steinbach bei Cadolzburg. Jene hatte um 1900 die Haushaltungsschule des landwirtschaftlichen Vereins Mittelfranken in Henfenfeld bei Hersbruck besucht. Während des einjährigen Internatsaufenthalts lernte sie dort alles, was eine junge Bäuerin damals fürs Leben wissen und können musste.

"Rührig und fleißig"

Nicht nur das Kochen, auch Lebensweisheiten vermittelte der Unterricht: "Die beste Empfehlung für die Töchter eines Hauses wird sein, wenn sie ihre Pflichten im Hauhalt ganz erfüllen, das heißt, immer rührig und fleißig sein."