Kurzfassungen
der Beiträge in den MITTEILUNGEN des Heimatvereins Oberasbach, Heft 42 (Nr. 2004/1)
Dr. Günther Scheer: Der Pegel Neumühle an der Fernabrücke
Wegen der diesjährigen Neubaumaßnahmen an diesem Pegel wird an Hand von Aufzeichungen und Unterlagen des staatlichen Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg die Geschichte und Bedeutung der immerhin 95-jährigen Pegelanlage an dieser Messstelle beschrieben. Durch diesen Umbau soll der Pegel Neumühle an der Rednitz in die Lage versetzt werden, die Überleitung von Altmühl- und Donauwasser über den Main-Donau-Kanal und Rothsee in Zukunft besser steuern zu können, als dies am bisherigen Steuerpegel Hüttendorf, Stadt Fürth, an der Regnitz möglich ist.
Am Pegel Neumühle wurden in der Vergangenheit auch alle Hochwasser registriert, z.B. das höchste dort je gemessene Hochwasser von 1970. Damals flossen bei einem Wasserstand von knapp 4,7 Meter über Gewässergrund immerhin 266 Kubikmeter pro Sekunde ab. Dagegen waren es im Trockenjahr 1976 nur 1,5 m³/s!
Aber solche Messeinrichtungen funktionieren nicht immer störungsfrei und müssen deshalb für den Ernstfall Hochwasser mit mehreren Sicherheitssystemen ausgestattet und zusätzlich intensiv betreut werden. Sogenannte Pegelbetreuer sind wie auch in der Vergangenheit wichtig. Und hier hat sich die Familie Huber aus Oberasbach, früher im alten Zollhaus an der heutigen Bushaltestelle Fürth-Süd wohnhaft, um den Pegel Neumühle sehr verdient gemacht.
Dr. Wilhelm Funk: Zur „Fernabrücke“
Nachdruck aus den Fürther Heimatblättern, Nr. 4, 1962
Dieser auffällige und auch sehr alte Brückenname wird an Hand von alten Schriften und Urkunden zu erklären versucht. Die Brücke der Rothenburger Straße über die Rednitz auf dem sehr alten Handelsweg zwischen Nürnberg und Rothenburg o.d.T. wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts angelegt. Wegen der Gefahren, die der Fernabrücke durch Hochwasser drohten, und der Tatsache, dass diese Fürther Brücke samt dem Brückenzoll dem Bamberger Domprobst gehörte, schufen die Nürnberger an einem hochwassersicheren Ort in Stein eine neue Brücke, kaum 40 Jahre später. Daher wurde die „Brücke von Weikershof“ als „alte Brücke“ bezeichnet, wofür es im Althochdeutschen den Begriff „firni“ gibt.
Der ehemalige Kreisheimatpfleger Helmut Mahr bestätigte und ergänzte in einer aktuellen Anmerkung dieses Nachdrucks diese Bedeutung und Ursache des Namens „Fernabrücke“.
Anne und Herbert Salomon: Von Menschen – Wegen- und dem Tod
Die frühere Gemeinde Oberasbach hatte bis 1951 keinen eigenen Friedhof. Verstorbene mussten auf dem Friedhof Zirndorf begraben werden. Das Ehepaar Salomon aus Oberasbach beschreibt in diesem Artikel die komplizierten, aber auch interessanten Einzelheiten, die nach dem Ableben von Bürgern in dem Kirchendorf Oberasbach in der Vergangenheit bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu tun waren. Dazu sichteten sie zahlreiche private Aufzeichnungen über Trauerfälle und werteten auch Gespräche und Erinnerungen mehrere älterer Oberasbacher Bürger aus.
Bis vor gut 50 Jahren wurden Verstorbene auf einem von Pferden gezogenen Leichenwagen in feierlichem Zug auf dem alten „Kirchenweg“ zum Friedhof an der St Rochuskirche in Zirndorf überführt. Der Artikel enthält auch zahlreiche Hinweise auf die Reaktionen der Dorfgemeinschaft nach Todesfällen, auf nachbarschaftliche Hilfeleistungen, auf die Aufgaben der „Leichenfrau“ und deren Gebührenrechnungen.
Hannes Webert, Dieter Bergmann, Manfred Gruber:
Aus der Chronik der Siedlervereinigung Unterasbach (Forts. aus Heft 41)
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges fanden sich zahlreiche Bürger und Siedlerfreunde, die die Siedlergemeinschaft wieder aufleben lassen wollten. Es dauerte bis 1950, ehe sich die Siedlervereinigung eine Satzung geben konnte. Der 1. Vorsitzende Paul Frommberger leitete bis 1963 mit großem Engagement und Erfolg die Geschicke der Vereinigung. Die Vereinigung wuchs unter den späteren 1. Vorsitzenden Backes, Hans Müller und Dieter Bergmann weiter an. Das 60-jährige Jubiläum wurde 1979 in den Fürther Nachrichten mit der Schlagzeile: „Ein Jubiläum ohne Trara“ gewürdigt. 1984 wurde die Errichtung eines Obstpresshauses mit Aufenthaltsraum beschlossen, das 1990 als Siedlerheim feierlich fertig gestellt wurde. Dieses Vereinsheim wurde durch über 5000 freiwillig eingebrachte Arbeitsstunden sowie durch zahlreiche Geld- und Materialspenden geschaffen.
Zu den heutigen Aufgaben des Siedlervereins gehören u.a. die Beratung in allen Fragen des Garten -und Obstanbaus, die Bereitstellung von Gemeinschaftsgeräten, wie Obstpresse, Häcksler u.ä. aber auch die Pflege des geselligen Beisammenseins. Der Verein zählt 2004 312 Mitglieder. Seinem langjährigen 1. Vorsitzende Dieter Bergmann wurde im März 2004 die Ehre zuteil, nach anderen früheren Ehrungen auch das Große Goldene Ehrenzeichen des bayerischen Siedlerbundes verliehen zu bekommen.