Heft 41 (Nr. 2003/2) der MITTEILUNGEN des Heimatvereins Oberasbach

 

1. 20 Jahre Heimatverein Oberasbach e.V.

•  der Festabend am 14. November 2003
•  das Programm
•  Ehrung der Gründungsmitglieder
•  Festrede des Kreisheimatpflegers i.R. Helmut Mahr

In seiner Festrede gab Helmut Mahr zunächst einen Rückblick auf die Aktivitäten, die zur Gründung des Heimatvereins in Oberasbach am 3. November 1983 führten. Er war damals der 8. Verein dieser Art im Landkreis Fürth und hat zu einer Zeit zusammengefunden, als das alte Oberasbach schon „in der modernen Umgestaltung unterzugehen“ drohte. Der Heimatverein hat sich seither in vielen Veranstaltungen und Veröffentlichungen „um die Kultur der Stadt, um die Erforschung ihrer Geschichte“ und vieles mehr gekümmert. In über 40 Artikeln in seinen MITTEILUNGEN, in mehreren Publikationen, in vielen Ausstellungen z.B. „Heimat im Wandel“ und noch mehr Ausflügen hat nach Mahr´s Worten der Heimatverein dazu beigetragen, das in Oberasbach als sehr junger Stadt (10 Jahre!) die alte und neue Bevölkerung zusammengewachsen ist. Er schloss seine Ausführungen mit Dankesworten an die Stadtverwaltung, den Heimatverein in seiner Unabhängigkeit immer unterstützt zu haben und rief die Festgäste dazu auf, noch mehr „die alten Werte zu bewahren und sie in die neue Welt zu integrieren“, z.B. durch verstärkte Mitarbeit im Heimatverein.

 

 

2. Hannes Webert: Aus der Chronik der Siedlervereinigung Unterasbach

Die Siedlervereinigung Unterasbach ging aus dem früheren Garten- und Hausbauverein Nürnberg – Fürth - GmbH hervor. 1913 wurden diesem Verein die Grundstücke ihrer Kleingärtner-Siedlung zwischen der heutigen Schuckert- und Siemensstraße in Nürnberg gekündigt, weil dort Wohnungen in der Nähe von großen Industrieansiedlungen errichtet werden sollten. Nach dem ersten Weltkrieg konnten die früheren Mitglieder nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Faber´schen Gutsverwaltung in Stein in Unterasbach 18 Hektar Ackerland erwerben, nachdem sie 1919 sich als Garten- und Hausbauverein Unterasbach registrieren ließen. Der sehr detailreiche und interessante Artikel wurde von Hannes Webert mit zahlreichen Fotos aus der Gründerzeit ausgestattet. Nach 1933 wurde der Verein vor die Alternative gestellt, sich entweder einer größeren Baugenossenschaft anzuschließen oder sich aufzulösen. Beides geschah: er löste sich 1941 auf, nachdem er sich dem Bayerischen Siedlerbund angeschlossen hatte. Die unzerstörte Siedlung war nach 1945 für die amerikanische Militärverwaltung kurzfristig als Lazarett-Siedlung interessant. Die allerdings fehlenden Einrichtungen zur Wasserversorgung und Kanalisation ließen das Interesse dieser aber alsbald schwinden.

3.  Aus dem Haushaltsbuch der Barbara Besendörfer, geb. Peter, wohnhaft in Steinach, geboren 1983

Die Aufzeichungen entstammen hinterlassenen Schulheften der Barbara Besendörfer, die sie während ihrer Ausbildung in der Haushaltungsschule Henfenfeld bei Hersbruck angelegt hatte. Aus diesen Aufzeichungen veröffentlichte der Heimatverein bereits 1997 das Buch: „ Kochen und Haushalten in Franken um 1900“ .

Die hier abgedruckten Aufzeichnungen enthalten vor allem Informationen zur Reinhaltung der Schlafräume in den Haushalten. Die Hinweise schließen viele Maßnahmen zur Lüftung, Säuberung und Entstaubung ein; z.B. sollten Waschbecken oder Nachttöpfe täglich entleert und u.a. die Bettüberzüge und Leintücher alle 4 bis 8 Wochen erneuert. Für Herrschaftshäuser sollten wesentlich häufiger und intensiver solche Tätigkeiten erfolgen.