Heft 39 (Nr. 2002/2) der MITTEILUNGEN des Heimatvereins Oberasbach 

1.      Anne u. Herbert Salomon: Unser täglich Brot gib uns heute ( Not und Teuerung der Jahre 1816/17)

Das Ehepaar Salomon wertete Aufzeichnungen aus Alt-Oberasbach aus und setzte die darin gefundenen Eintragungen zusammen mit anderen Beschreibungen aus fränkischen Regionen aus dieser Zeit zu einem eindrucksvollen Bild damaliger elementarer Not zusammen. Die Folgen der Vernichtung der landwirtschaftlichen Ernte 1816 durch anhaltenden Regen und Hagel führte zu Hungersnöten und damit verbunden zur enormer Verteuerung , zur „Verlängerung“ von Grundnahrungsspeisen mit Pottasche u.ä. oder auch zum Anstieg von Diebstahlsdelikten.

In der Einleitung des Beitrags wird mit Hinweisen auf aktuelle Hungersnöte in Afrika und anderswo verdeutlicht, dass sich solche Katastrophen auch heute noch fast regelmäßig ereignen können.

 

2.      Dr. Günther Scheer: Das Bier und der Bierbeschauer

Anhand einer teilweise abgedruckten Anleitung für Bierbeschauer und Bierkieser aus dem königlich-bayerischen Kreis-Amtsblatt von Mittelfranken vom 2. Februar 1856 beschreibt Günther Scheer , dass das Bierbrauen und Bierausschenken schon seit dem frühen Mittelalter – nicht nur in Bayern - ein relativ streng kontrolliertes und mit vielen Auflagen verbundenes „Geschäft“ war. Heute sorgen die Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsämter für eine zumindest ausreichende Qualität.

 

3.      Annelie Bayer: Wussten Sie, dass es in Oberasbach einst einen Zoo gab?

Auf dem Gelände der heutigen Kistenfabrik in der Hochstraße existierte nach dem 2. Weltkrieg ein Privatzoo. Sein Betreiber war der Tierfänger und Schausteller Leonhard Niebling, der bis 1957 vom Bären über Löwen bis zum Stachelschwein viele Exoten  in nicht immer optimal gesicherten Gehegen hielt. Die Folgen einiger Ausbrüche seiner Tiere sind eindrucksvoll in ebenfalls abgedruckten Zeitungsberichten übermittelt.

Annelie Bayer konnte auf fast vergessene Unterlagen aus dem Besitz ihrer Mutter Margarete Wurdak zurückgreifen, die bis 1957 eine Ausflugsgaststätte neben dem Privatzoo betrieben hatte.

 

4.August Weidenhöfer: Nachkriegsmonate

In seiner Erinnerung schildert August Weidenhöfer die bedrückenden täglichen Schwierigkeiten in unserer Gemeinde während der ersten Nachkriegsmonate. Der Konsumladen seiner Eltern hatte natürlich spezielle Versorgungsaufgaben und –verantwortungen für die damalige Bevölkerung. Und da mussten u.U. lange und nicht ungefährliche Wege gegangen werden, um Lebensmittel oder andere wichtige Artikel für das tägliche Leben zu besorgen.

Auch schildert er in seinem Beitrag Beispiele der politischen Bespitzelung im 3. Reich, von der seine Familie nicht verschont blieb.

 

4.      Werner Baumbach u.a.: Gefalle und vermisste Soldaten und Zivilpersonen im 2. Weltkrieg

(1939 – 1945) aus der heutigen Stadt Oberasbach

Die Liste von 85 gefallenen oder vermissten Soldaten und Zivilpersonen sowie weiteren 18 Personen aus Anwanden und/oder Rehdorf erscheint den Autoren trotz umfangreicher Recherchen nicht vollständig zu sein. Sie bitten daher die Leser um Vervollständigung und eventuell Korrekturen.

5.      Werner Baumbach: Oberasbach während des 1. Weltkrieges (Fortsetzung)

Aus dem in dieser Fortsetzung betrachteten Zeitraum ab Anfang 1917 lagen in den von Werner Baumberg ausgewerteten Unterlagen nur wenige Briefe oder Postkarten vor. Die zitierten Berichte von der Front in Frankreich als auch aus Oberasbach selbst zeigen, dass die Stimmung schon längst ins Negative gekippt war und die Alltagsnot hier immer  größer wurde: die Kämpfe wurden immer härter, und die Zustellung der Feldpost ließ zunehmend nach. Die Berichte vom Heldentod nahmen zu, und zur Absicherung der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung wurden immer mehr Notschlachtungen vorgenommen.