Heft 37 (Nr. 2001/2) der MITTEILUNGEN des Heimatvereins Oberasbach

 

1.      Unser Projekt: „Heimat im Wandel – Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“.

Manfred Gruber beschreibt in dem Artikel das aktuelle Projekt, das der Heimatverein zusammen mit dem Jugendforum Oberasbach und dem Verein 1-2-3 e.V. derzeit durchführt. Die Veranstalter wollen in diesem Projekt auf den Begriff: „Heimat“ neugierig machen und diesen unter Mithilfe möglichst vieler Oberasbacher Bürger mit Leben füllen und neu erfahren. Er verweist zunächst auf die erfolgreiche Auftaktveranstaltung im Rathaus im Oktober 2001, die in der Presse ausführlich dargestellt wurde. Bis Ende Januar 2002 sollen Beiträge verschiedenster Art zum Thema Heimat von Bürgern aller Altersgruppen oder Herkunft zusammengetragen und präsentiert werden. Durch parallel ablaufende  Veranstaltungen und Aktionen ist zusätzlich geplant, das Zusammenleben in unserer Heimat(-Stadt) aktiver und bewusster zu gestalten. Beim Bürgerfest im Mai 2002 soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden.

 

 

       2.  Die Geschichte des Wasser- und Bodenverbandes Asbachgrund

Nach den Recherchen von Dr. Günther Scheer wurde der Ent- und Bewässerungsgenossenschaft Asbachgrund als Vorgänger-Organisation des heutigen Wasser- und Bodenverbands Asbachgrund 1927 zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion gegründet. Insgesamt wurden damals 387 Hektar Wiesen- und Hangflächen dräniert und die Entwässerungsgräben und der Asbach entsprechend aufnahmefähig gemacht und ausgebaut. Zwar konnte dadurch die Landwirtschaft in unserem Raum allgemein intensiviert werden, die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die erhebliche Darlehenslast drückte jedoch viele Oberasbacher Landwirte in der Folgezeit an den Rand des Existenzminimums.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Umwandlung  1953 in den Wasser- und Bodenverband ging es mit der Landwirtschaft und deshalb auch mit dem Verband wieder aufwärts. Noch heute unterhält der Verband unter dem Vorsitz des Landwirts Hans Kleinlein aus Oberasbach einen Großteil der damals errichteten Anlagen. Dem Asbach als ausgebauten „Vorfluter“  wurde in dem kürzlich vorgelegten Gewässerpflegeplan ein schlechtes Zeugnis als Gewässer ausgestellt. Mit den Landwirten im Be- und Entwässerungsverband sollte deshalb die Stadt zukünftig die Möglichkeiten der ökologischen Umgestaltung prüfen, die den jetzigen Nutzungen nicht zuwiderlaufen.

 

3.      Über den Tabak und seinen Anbau in Oberasbach

Von (den beiden Nichtrauchern) Anne und Herbert Salomon sind in ihrem Beitrag viele interessante Einzelheiten über den hiesigen Tabaksanbau im 19. Jahrhundert zusammengetragen worden. Ihnen standen dazu Originalaufzeichnungen einzelner Landwirte zur Verfügung. Von den Sorten „Verghiner“ und „Deutscher“ wurden z.B. vom Landwirt Peter Hofmann und Nachfolgern bis zu 30 Zentner an Kommisäre verkauft, die im Auftrag der Tabakverarbeiter unterwegs waren. Die Erlöse lagen je nach Qualität und Angebot zwischen 5 und 20 Gulden/Zentner. Die Aufzeichnungen enden 1891. Ob dann auch das Ende des Tabakanbaus in Oberasbach gekommen war, ist nicht bekannt.

 

4.      Weihnachtsgänse

In diesen Erinnerungen von Frau Kath. Simon aus dem Jahr 1935 wird die anrührende Geschichte vom Transport und Verkauf von Weihnachtsgänse aus Oberasbach in Nürnberg beschrieben. Als 12-jährige musste sie zusammen mit ihrem Bruder, damals 11 Jahre alt, neun vorbestellte Gänse im Gewicht von 5 bis 6 Kilogramm (Gesamtgewicht: etwa ein Zentner!!) in einem Korb im Zug von Oberasbach nach Schweinau transportieren. Die Abnehmer wohnten aber nicht neben dem Bahnhof, sondern in der Landgrabenstraße, Ackerstraße oder Humboldtstraße, so dass ihnen von dort noch ein beschwerlicher Weg bevorstand. Das Trinkgeld, das sie von den zufriedenen Kunden erhielten, hatten sie sich somit redlich verdient. Auf dem Christkindlesmarkt in Nürnberg wurde es in Früchtebrot und Bratwurst eingetauscht.

 

      5. Oberasbach während des 1. Weltkrieges

In dieser Fortsetzungsreihe beschreibt Werner Baumbach nach Auswertung des ihm zur Verfügung gestellten Original-Schriftverkehrs Oberasbacher Bürger in diesem Heft die Zeit von Dezember 1916 bis Januar 1917. In Karten und Briefen wurden die bedrückenden äußeren Bedingungen erzählt, wie an der Front in der Nähe von Verdun Weihnachten und Silvester „gefeiert“ werden konnte.