Wanderung zur reaktivierten König-Gustav-Quelle (Gaggerlas-Quelle) bei Weikershof

Die Gustav-Adolf-Quelle in Fürth-Weikershof

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Fürth zahlreiche Tiefenbohrungen durchgeführt, von denen man sich erhoffte, auf bisher noch unbekannte Steinkohlenvorkommen zu stoßen. Insgesamt wurden an verschiedenen Stellen 10 Bohrungen bis zur Maximaltiefe von ca. 1400 Meter (Kavierleinsbrunnen) niedergebracht. Doch statt der erhofften Bodenschätze stieß man meist in 300 bis 400 Meter Tiefe "nur" auf Mineralwasser. Diese tiefen Grundwässer standen unter artesischem Druck und traten nach dem Anbohren in meterhohen Fontänen aus. Balneologen erkannten rasch die einzigartige Zusammensetzung und den hohen medizinischen Anwendungswert dieser Wässer. Während deshalb um einige Mineralwasserquellen herum, vor allem um die König-Ludwig-Quelle im heutigen GRUNDIG-Werksgebiet an der Kurgartenstraße (!), vor dem ersten Weltkrieg ein professioneller Kurbetrieb ("Bad Fürth") aufgebaut wurde, blieb die Gustav-Adolf-Quelle in Weikershof ohne diese exklusive Nutzung. Sie war in Privatbesitz und blieb eher für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Heute präsentiert sie sich durch die Bemühungen des Bürgervereins Nürnberg-Gebersdorf wieder im neuen Glanz, nachdem sie in den 80er Jahren verfiel.

Dieser Verein hat kürzlich mit großem Aufwand einen Wanderweg von Gebersdorf unter der Fernabrücke zur Gustav-Adolf-Quelle ausgebaut. Die Quelle wurde zeitgleich als attraktives Wanderziel neu gefasst und ein schmucker Brunnenpavillon darum errichtet. Auch die Außenanlage lädt jetzt wieder zum Verweilen ein, eventuell auch zum Probieren des Heilwassers. Nach der Espanquelle in der Parkanlage Mainau nördlich der Pegnitz ist in Fürth jetzt mit der Gustav-Adolf-Quelle eine zweite Heilquelle wieder der Öffentlichkeit zugeführt worden. Das Brunnenwasser der Espan- und Gaggalas-Quellen schmeckt jeweils salzig und bitter. Sie sind von einwandfreier hygienischer Qualität. Als Heilwasser können sie wieder genutzt werden, aber nur unter ärztlicher Aufsicht. Bis auf weiteres teilen beide das Schicksal aller anderen Heilquellen in Fürth: ihr Überlauf läuft fast ungenutzt in die Pegnitz oder Rednitz ab. Kürzlich hat sich in Fürth ein Förderverein zur Nutzung der Heilquellen gegründet. Seine Arbeit sollte möglichst breite Unterstützung erfahren!

   Gustav-Adolf-Quelle

Weitere Informationen:
Beitrag zur Gaggerlas-Quelle in den vom 6.11.2000